Schule als organisierte Praxis: Aushandlungsprozesse zwischen schulischer und wissenschaftlicher Leitung in der Etablierungsphase einer Versuchsschule
DOI:
https://doi.org/10.58652/spe.2025.5.p70-84Schlagworte:
Universitätsschule Dresden, Organisationsentwicklung, Organisation von Schule, PraxeologieAbstract
Der Beitrag untersucht Organisationsentwicklung aus praxeologischer Perspektive am Beispiel der Universitätsschule Dresden, einer staatlichen Schulversuchsschule in Verantwortung von Wissenschaft und Praxis. Auf Grundlage transkribierter Sprachnachrichten zwischen schulischer und wissenschaftlicher Leitung aus den Jahren 2020 und 2023 wird rekonstruiert, wie organisationale Entwicklungsprozesse im alltäglichen Leitungshandeln hervorgebracht werden. Der theoretische Rahmen orientiert sich an praxistheoretischen Überlegungen zur Dualität von Struktur und Handlung sowie den Dimensionen Materialität, Zeitlichkeit und implizite Logiken sozialer Praxis. Die Analyse zeigt, dass Organisation nicht primär durch formale Strukturen bestimmt wird, sondern im situativen Zusammenspiel materieller Bedingungen, zeitlicher Rhythmen und habitualisierter Deutungsmuster entsteht. Materielle Artefakte wie räumliche Infrastruktur oder digitale Systeme, zyklische Planungsprozesse sowie implizite wissensbasierte Routinen prägen die Leitungspraktiken ebenso wie politische und administrative Rahmenbedingungen. Die Befunde verdeutlichen, dass Organisationsentwicklung als prozessualer, relationierter und im Vollzug hervorgebrachter Zusammenhang zu verstehen ist. Der Beitrag leistet damit einen empirisch fundierten Beitrag zur organisationspädagogischen Forschung und zeigt exemplarisch, wie Research-Practice-Partnerships dynamische Schulentwicklungsprozesse in situ sichtbar machen können.
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